DER ETHNOLOGISCHE SALON IM NOVEMBER
Freitag, 26. November 2010, 19 Uhr
Karin Sommer
„Und dann kam Boas!“
Von den Anfängen der Ethnologie als Wissenschaft
• „Sprache als Guckloch in den menschlichen Geist? Franz Boas und die Entstehung der Ethnolinguistik." Anmerkungen von Dr. Henry Kammler (Lehrkraft für Ethnologie und amerikanische Sprachen an der LMU München)
• „Eine folgenreiche Begegnung – Boas und die Bella-Coola-Völkerschau“ – Erläuterungen von Dr. Hilke Thode-Arora (Thyssen-Stipendiatin am Museum für Völkerkunde München)
• „Minik - Die unglaublichen Erlebnisse eines Eskimos in New York Anfang des 20. Jahrhunderts“- Ausschnitte aus einem Film von Axel Engstfeld (2005)
• Offenes Forum
• Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer
In Deutschland ist merkwürdig wenig bekannt über Franz Boas, der 1858 im westfälischen Minden geboren wurde und der jahrzehntelang eine Generation von amerikanischen Ethnologen geprägt hat. Aufgewachsen in einem liberalen Elternhaus hat er zeitlebens gekämpft gegen engstirnigen Rassismus, Intoleranz und Nationalismus. Außerdem war er ein großer Freund und Unterstützer von Frauen, die bei ihm studiert haben und die ihn alle als „Papa Franz“ kannten. Darunter waren später so bekannte Forscherinnen wie Ruth Benedict und Margaret Mead oder seine erste „schwarze“ Studentin Zora Neale Hurston sowie die indianisch stämmige Ella Deloria.
Um die Ideale der Wissenschaft zu verteidigen, hat Franz Boas sich immer wieder mit den Autoritäten seiner Zeit angelegt und zukunftsweisende Forschungen betrieben. Doch in anderer Hinsicht war er ganz „Kind seiner Zeit“, was sich nicht nur im Umgang mit einer Gruppe von Eskimos zeigte, die zu Forschungszwecken nach New York geholt worden waren.
Ein Abend über visionäre Forschung, wahrgenommene Chancen und große Versäumnisse!
Eintritt 5 € (ermäßigt 3 €) - Freier Eintritt für Mitglieder des Freundeskreises!
Für Speisen und Getränke sorgt wie gewohnt max2, das Café im Völkerkundemuseum.
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